Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir WOLLEN in Verbindung sein, wir haben Sehnsucht danach, selbst wenn es noch nie in unserem Leben gute Erfahrungen gegeben hat. Es gibt immer ein STREBEN ZUM ANDEREN hin.

Wenn es mit den Menschen nicht so gut geht, suchen wir in der Natur, bei Gott, bei unserem Haustier, und diese Wege sind besser als völlig getrennt zu sein. Letztlich findet die Erfüllung von Nähebedürfnissen im Hier und Jetzt und mit einem oder mehreren anderen Menschen statt.

Ich beobachte immer und immer wieder voller Berührtheit, wie in den MuM-Gruppen eine völlig andere Energie entsteht, sobald der erste Mensch seine "Zehn Minuten hatte" und seine innere Verfassung und ggf. deren Veränderung mit den anderen geteilt hat. Vieles ist ähnlich bzw. wiederholt sich: "Mir kommt der Gedanke, ich könnte euch langweilen".... "Der Beitrag eben war so tief, das muss ich auch bringen"... "Das ist so schön, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen"... "Ich fühle mich so berührt"... "Mein Nacken ist verspannt".... "Ich habe Angst, wenn ihr alle guckt"... "Boah, wie soll ich die zehn Minuten fülllen?"... "Oh schade, es ist schon vorbei!"..."Das ist so schön, gesehen zu werden"... "Ihr findet das bestimmt alle total blöd, was ich grade sage"... "Wow, die finden das gar nicht schlimm - sondern total ok, was ich sage!!"...

Und völlig unterschiedliche Dinge zeigen sich:  der Wunsch und die Angst, gesehen zu werden... die pure Freude am Kontakt mit viel Kichern und Lachen... Angst, manche Dinge auszusprechen und wenn es dann geschehen ist, tiefe Ruhe und Frieden in Körper und Gedanken... das Gefühl, genährt zu werden von der Aufmerksamkeit der anderen... Sich hinterfragen, bin ich okay und gehöre ich dazu und dann zu merken, ja, es ist alles gut... Angst vor Reaktionen der anderen... Angst vor keinen Reaktionen der anderen... mit der Aufmerksamkeit ganz beim anderen zu sein und sich nicht mehr zu spüren... und dann doch zu sich zu kommen... mit der Aufmerksamkeit ganz bei sich zu sein und den anderen nicht mehr zu spüren... zu spüren, wann der Kontakt da ist, wann ich rausgehe, wann ich wieder zurückkomme... zu merken, wann ich in eine Geschichte abdrifte... und wieder zurückzukommen ins Hier und Jetzt... meine Gedanken über die anderen und ihre Auflösung... das pure Sein ohne Gedanken und Worte

So viel Unterschiedliches in so kurzer Zeit, so viel Buntheit, Unterschiedlichkeit, so viel Seindürfen... eine wunderbare Arbeit!

Danke euch allen, bei denen ich dabei war, die in meine Gruppen kommen, die mit mir teilen, die mich sehen, die ich sehen darf!!