Als Menschen sind wir Berührungswesen - eine Umarmung, auch ein "Schulterklopfen unter Kerlen" tun uns gut. Insofern ist Psychotherapie ein seltsames Ding, wenn da "nur geredet" wird,

wenn doch manchmal die Not recht groß ist. Der Körper scheint nicht so wichtig neben so vielen Gedanken und Gefühlen. In der Physiotherapie wird ganz viel berührt, der Körper bekommt viel Aufmerksamkeit - aber kaum geredet und es gibt wenig Austausch über das innere Erleben.

 Im SSP ist jetzt beides möglich: Eingebettet in den therapeutischen Prozess kann eine Berührung eine neue Perspektive oder einer Veränderung bewirken. Meine Berührung ist gut abgesprochen, absichtslos, ich bin da. Sie bleiben auf dem Sessel sitzend oder gemütlicher auf der Liege liegend, und wo der Körper es grade als angenehm empfindet: eine Hand, Kontakt - im beiderseitigen Forschen und im Dialog, was dann geschieht. Und passt es überhaupt? Ist die Berührung so, wie ich mir sie vorstelle oder hätte ich gerne etwas anders? Hm, und dann? Und wie verändert sich mein Anliegen durch eine Berührung? Oder wie ist das überhaupt, wenn mal einfach jemand eine Hand auf meine Schulter legt und nichts will? Und berührt mich die Berührung oder ist in dem berührten Körperteil "keiner mehr zuhause"? Was macht das mit mir?  Kenne ich das überhaupt, dass mir eine Berührung gut tut, kann ich mir vorstellen, dass diese Hand keine Erwartungen hat, die Berührung kein Ziel? Wo sind meine Grenzen, kann ich sie spüren? Die Arbeit mit Berührung ist eine sehr unmittelbare, Beziehungserfahrungen und Erwartungen können gut erkundet, neu verhandelt werden und sofort umgesetzt werden.

All dies geschieht auf Wunsch und genauer wiederholter Absprache miteinander.