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Grenzen

Grenz´ dich mal ab!

Aber wie geht das?

Wir haben alle natürliche Grenzen. Sie bezeichnen die körperliche, emotionale, energetische ... Ganzheit einer Person. Wir möchten sicher sein, geachtet werden, mit unserer Einzigartigkeit da sein dürfen. Wenn jemand diesen zu nahe kommt - auch wir selbst - droht eine Verletzung, daher bekommen wir ein intensives Gefühl, z.B. genervt oder sauer sein, Ärger oder Wut.

Dieses Gefühl stellt Energie zur Verfügung, damit wir die Grenze wahren oder sogar verteidigen können. Grenzen bleiben auch bei Grenzverletzungen und Traumatisierung erhalten, sie sind eine biologische Notwendigkeit. Es kann dabei nur darum gehen, dass ich bei einem Gespräch nicht unterbrochen werden möchte oder auch um den Schutz des eigenen Lebens. Hätten wir keine Grenzen, wäre die Menschheit schon längst ausgestorben. Wenn ich sie verteidigt habe, es z.b.  ein wechselseitig achtsames Gespräch gibt oder ich bin wieder in Sicherheit, flaut die Energie ab. Die Notwendigkeit ist erledigt und der Körper lässt die Energie los.

In einer intimen Beziehung geben wir Teile unserer Grenzen zugunsten von Nähe und Gemeinsamkeit auf. Daher tut es besonders weh, wenn dort etwas Verletzendes passiert.

Viele Menschen ignorieren ihre Grenzen aber, tun Dinge, die sie nicht tun wollen oder überlasten sich bei der Arbeit oder in der Familie, soweit, dass es ihnen gar nicht mehr gut tut. Dauerhaft nicht benutzt, bleibt die Energie im Körper hängen, sie ist dann als Knubbel in Bauch oder Brust spürbar oder als Spannung in den Gelenken.

Den Umgang mit Grenzen haben wir als Kinder gelernt, entweder die gute oder die weniger gute Art. Grenzverletzungen kann das Ignorieren von wesentlichen Bedürfnissen sein (Hunger, Sicherheit, Kontakt) oder ein Missbrauch der kindlichen Liebe und Abhängigkeit, emotionaler, energetischer, sexueller Missbrauch. Schwerere Grenzverletzungen sind kaum selbst zu lösen, da braucht es die Erfahrung eines sicheren Gegenübers.

Wir können aber üben:

Wie spüre ich meine Grenze? Das kann körperlich oder emotional sein, auch energetisch. Sie kann als Unlust spürbar sein, und s.o. Genervtsein, Ärger, als Energielosigkeit, wenn ich sie übergangen habe. Wenn diese Gefühle gar nicht erlaubt sind, kann es auch sein, dass eine Art Abschalten merkbar ist. Der Chef oder die Ehefrau will etwas und wir gehen in eine innerlich leere Habachtstellung.

Wie gehe ich mit meinen Grenzen um? Mache ich ganz lange, was andere wollen und werde dann stinksauer? Deute ich sie zart an und hoffe auf den anderen? Versuche ich, sie zu objektivieren? Das wäre z.B. wenn jemand zu spät kommt und ich bin sauer, zu sagen, "das macht man nicht", statt "ich fühle mich missachtet". Schimpfe ich still vor mich hin? Grüble ich über die Gründe des anderen?

Nur beobachten, nicht "kämpfen" oder "machen müssen".

Hilfreich kann sein: ein Seil um mich herum legen und herumprobieren, wie groß das Feld sein sollte. Oder sich auf einen passend großen Teppich stellen. Dann spüren, wie es sich innerhalb anfühlt. Das kann schön sein, oder beengt oder bedrohlich wirken. Wenn es angenehm ist, sich darin aufhalten, am Seil entlanggehen und das innere Bild mitnehmen.